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Staatspreis Design 2009

Zum 38. Mal verlieh das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend die höchste heimische Auszeichnung in Sachen Design. Parallel dazu hatte das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur den Förderungspreis für Experimentelles Design ausgelobt. Dem Aufruf zur Projekteinreichung waren heuer 151 Designer mit insgesamt 206 Projekten gefolgt.

„Design ist ein Faktor, in dem Österreich wirklich stark ist. Wir können uns als kleines Land im Wettbewerb mit China oder Indien nicht über den Preis oder die Masse definieren, aber über unsere Brains und Topqualität", so die Staatssekretärin Christine Marek anlässlich der Verleihung der Preise.

Auffallend war diesmal bei der Präsentation der nominierten und ausgezeichneten Produkte ein Trend zu Nachhaltigkeit sowohl bei Produktion als auch Nutzung, zu Problemlösungskompetenz sowie zu einer angestrebten Verbesserung von Lebensqualität. Design, dessen Hauptnutzen in der Ästhetik liegt, hat eindeutig ausgedient.

Der Staatspreis Design in der Kategorie „Produktgestaltung Konsumgüter” ging an den Designer Peter Kuschnigg für die „Axon Hand System” Handprothese im Auftrag von Otto Bock Healthcare Products GmbH. Bei der Handprothese habe „besonders die Symbiose zwischen komplexer Technologie und einer ihr entsprechenden Formgebung überzeugt“, heißt es in der Begründung der Jury: „Funktionelle Vorzüge gehen mit optischen und ästhetischen Qualitäten einher. Es entstand keine Imitation einer Hand, sondern ein höchst differenziertes Werkzeug, das nicht versteckt wird und dennoch eine hohe soziale Akzeptanz erwarten lässt“.

In der Kategorie „Produktgestaltung Investitionsgüter” konnten GP designpartners für ihre „Champ Solarleuchte” im Auftrag von HEI Consulting GmbH den Preis mit nach Hause nehmen. „Einfach genial” befand hier die Jury. „Durch die Anordnung der Paneele folgen die Kollektoren der Leuchte immer dem Sonnenlicht. Innovative Zusatzfunktionen wie zum Beispiel die Nutzung der Leuchte als Stromtankstelle für Elektrofahrzeuge berücksichtigen auch Zukunftsaspekte”. Zum einen besteche die Solarleuchte durch ihre „ästhetisch gelungene formale Lösung”, zum anderen „durch ihre ortsungebundenen Einsatzmöglichkeiten und damit durch ihre nomadische Radikalität”.

In der Kategorie „Räumliche Gestaltung” überzeugten Oskar Leo Kaufmann & Albert Rüf Ziviltechniker mit ihrem innovativen „System 3” Bausystem. Im Auftrag von Museum of Modern Art/ New York entwickelt, handelt es sich laut Jury bei „System 3” um eine „gelungene Lösung für modulare architektonische Gestaltung, die sich durch ihre große Flexibilität sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum gut integrieren lässt”. Das System schaffe „neue Möglichkeiten für temporäres Wohnen und für neue Siedlungsformen”.

Den mit 8.000 Euro dotierte Förderungspreis für Experimentelles Design des BMUKK  erhielten Katharina Mischer und Thomas Traxler von mischer'traxler für ihre solarbetriebene Produktionsanlage „The Idea of a Tree”, die zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang Objekte erzeugt, deren Gestaltung und Farbe von der Anzahl der Sonnenstunden sowie der Sonnenintensität abhängt. Mehrere Fäden werden dabei gefärbt, mit Kleber versehen und um eine Form gewickelt, die Gestalt und Nutzung des produzierten Gegenstands vorgibt.

Rudolf Greger von GP designpartners gab seiner Freude mit folgenden Worten Ausdruck: „Das ist nicht irgendein Preis, sondern eine große staatliche Auszeichnung, die bestätigt, dass man gute Arbeit leistet. Ich sehe das auch als Bestätigung der Arbeit, die wir die vergangenen 20 Jahre gemacht haben. Gleichzeitig ist es aber auch ein großer Ansporn, weiter zu machen.”

webred_rgb_28/10/09